Jackie Leven

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Konzertberichte

Jackie Leven - Green Note, London 28/5/2008

Medium
Pennyblackmusic
Autor
Ben Howarth
Datum
Mai 2008
Sprache
Englisch
Zugang
Webarchiv

Ben Howarth beginnt mit einer Lästerei über London – die Unhöflichkeit in der U-Bahn, die Preise, die miesepetrigen Leute –, um dann zu sagen: Es gibt Abende, an denen man froh ist, hergezogen zu sein. Dieser ist einer. Leven, kurz vor dem sechzigsten Geburtstag, sitze mit „akustischer Frisur“ und hochgekrempelten Ärmeln da und sehe nicht wie ein Rockstar aus, habe aber „nach jedem Maßstab“ gelebt: Heroinsucht, psychische Probleme, Obdachlosigkeit, ein gewalttätiger, potenziell lebensgefährlicher Überfall und vier Alben mit der Punkband Doll by Doll.

Howarth meint, Doll by Doll gehörten zu den unglücklichen Bands, die John Peel nicht mochte; die Hauptschuld am Ausbleiben des Massenpublikums gibt er aber dem Label-Chef, „dem Mann, der später New Labour finanzierte und sich heute Lord Levy nennt“. Leven habe inzwischen eine Reihe von Alben für Cooking Vinyl gemacht, und sein charismatischer Auftritt habe eine kleine, aber hingebungsvolle Anhängerschaft gesichert. Seine Arbeit als Gründer und Förderer einer Hilfsorganisation für psychische Gesundheit habe ihn in den Neunzigern mit Prinzessin Diana zusammengebracht.

Der Abend im Green Note in Camden – einem Café mit streng vegetarischem Essen, höchstens zehn Meter von der Bühne entfernt – ist selbst für Levens Verhältnisse intim. Leven sieht zunächst dem Vorprogramm zu, dann beginnt er mit „Another Man’s Rain“ vom neuesten Album, das Howarth zu seinen Lieblingsstücken zählen könnte. Leven betone, ein guter Geschichtenerzähler sein zu wollen; die ausgefeilten Texte stünden im Zentrum selbst der melodischsten Lieder, und doch habe seine Musik die Leidenschaft Van Morrisons, dessen Texte nie mehr als vage gewesen seien. Wer das eine mag, mag das andere, habe der frühere Mojo-Chefredakteur Paul Du Noyer, einer von Levens bekanntesten Fans, erklärt; Howarth stimmt zu.

Am besten gefallen ihm die Geschichten zwischen den Liedern, darunter ein Bericht über Levens vergebliche Versuche, nach einem verpassten Zug aus London seine bestehende Fahrkarte zu nutzen – er habe behauptet, von lärmenden Portsmouth-Fans aus dem Zug vertrieben worden zu sein. Das Fazit: Passanten am Café könnten nicht ahnen, dass drinnen „einer der begabtesten Songwriter Großbritanniens“ vor weniger als dreißig Leuten einen herausragenden Auftritt hinlegt. „Aber ich durfte es sehen, also gewinne ich.“

Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.

Jackie Leven is approaching sixty, and sitting down with his acoustic hair, and his sleeve jackets rolled up, he does not look like a rock star. But, by any measure, he has lived.

Howarth über Leven

Perhaps the most enjoyable aspect of this show was the stories told in between songs

Howarth über den Abend

inside one of Britain’s most gifted songwriters was giving an outstanding performance to less than thirty people. But I got to see it, so I win.

Schlusssatz der Kritik

Quelle