Jackie Leven

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Konzertberichte

En skotsk personlighet

Medium
Tromsø
Autor
Helge Matland
Datum
27. April 1996
Seite
3
Sprache
Norwegisch
Zugang
Frei lesbar

Der Vorbericht „En skotsk personlighet“ („Eine schottische Persönlichkeit“) in Tromsø (27. April 1996) kündigt Leven als Mann „mit der großen Persönlichkeit, musikalisch wie menschlich“ an, der am folgenden Abend (28. April) im Blå Rock Café spielt. Mancher habe ihn bereits am Vortag in NRKs Sendung „Helg i solnedgang“ gesehen. Als Vorgruppe tritt der Ire Andy White auf; danach spielt Leven allein mit Gitarre.

Matland erzählt die bekannte Legende: Leven war Frontmann von Doll By Doll, die zwischen 1979 und 1982 vier Platten veröffentlichten, von Kritikern „zum Genie erklärt“, von Plattenkäufern aber weitgehend übersehen in einer Zeit, in der die New Wave die Aufmerksamkeit von denen abzog, die dem Rock’n’Roll treu blieben. 1982 löste sich die Band auf, und Leven begann sein erstes Soloprojekt. Auf dem Heimweg vom Studio nach einem Streit wurde er in einer finsteren Gegend Londons überfallen und fast getötet, im letzten Moment von Musikern gerettet, die ihm gefolgt waren; der Würgegriff nahm ihm Sprache und Gesang. Zwei Jahre Krankenhaus, Heroin und Alkohol, ein Zusammenbruch in der Liebe folgten. Dann kam er mit einem eigenen Entwöhnungsmodell, das auf schrittweiser Reduktion beruht, wieder auf die Beine – nach dem Text brachte es ihm Großbritanniens höchste zivile Auszeichnung ein und wird in einer Einrichtung fortgeführt, die er leitet. Diese Angaben sind Teil der damaligen Pressegeschichten und nicht belegt.

Außerdem betreibe Leven eine eigene Whisky-Destille mit der Marke „Leven’s Lament“, die der Autor Salman Rushdie mit den Worten bescheinigt haben soll: „Versuch ihn, du wirst trauriger – aber klüger.“ Am Mittwoch derselben Woche sei sein drittes Soloalbum The Argyll Cycle – Volume One erschienen, nach The Mystery Of Love Is Greater Than The Mystery Of Death (1994) und Forbidden Songs Of The Dying West (1995). Zusammen zeigten diese Platten einen eigenwilligen Musiker mit Schönheit, Poesie, Stimmung und Nachdenklichkeit; keltische Melancholie sei unvermeidlich, dürfe die Musik aber nie allein bestimmen.

Auf Seite 31 derselben Ausgabe bespricht Matland The Argyll Cycle unter dem Titel „Lukter litt whisky“ mit einer Würfelwertung von 4. Das Album enthalte vier neue Lieder und eine Reihe früherer B-Seiten und gebe einen kleinen Blick hinter die Vorhänge der Zeit nach dem Mordversuch und der stummen Periode bis 1990. Es sei ein kleiner Schritt zurück gegenüber den beiden vorigen Soloplatten, aber noch immer schön, poetisch und stimmungsvoll, nicht ohne keltische Melancholie. Leven bekomme seit Langem gute Kritiken, habe es aber schwer, bei den Käufern durchzudringen; vielleicht sei die Zeit nun reif. Man solle aber zuerst Forbidden Songs und The Mystery of Love ausprobieren.

Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.

Leven var frontfigur i bandet Doll By Doll som ga ut fire plater i perioden 1979-82. Han ble genierklært av kritikerne, men stort sett oversett av platekjøperne

Matland über Doll by Doll

Keltisk melankoli er ikke å komme utenom, men det får aldri lov til å styre musikken alene.

Matland über Levens Alben

Vakkert, poetisk og stemningsfullt, og langt fra uten innslag av keltisk melankoli.

Matland in der Plattenkritik zu The Argyll Cycle – Volume One

Quelle

Helge Matland · Tromsø · 27. April 1996 · Nasjonalbiblioteket · CC BY-NC-ND 4.0