Rezensionen
Jackie Leven – Live At Bergen Men's Prison, Norway / Munich Blues (Cooking Vinyl/Bonnier Amigo)
- Medium
- Bluesnews (Norsk Bluesunion), Nr. 59
- Autor
- unsicher: Johnny Andreassen oder Jan Rustad
- Datum
- April 2009
- Seite
- 1
- Sprache
- Norwegisch
- Zugang
- Frei lesbar
Die Norsk Bluesunion bespricht in ihrer Zeitschrift Bluesnews (Nr. 59, April 2009) die Doppel-CD, mit der Leven Aufnahmen aus seinem inzwischen nicht mehr aktiven Fanclub regulär zugänglich macht. Über den Fanclub habe Leven viele Live- und Sonderaufnahmen unter diversen Titeln veröffentlicht; jetzt wolle er mehrere davon zum Verkauf anbieten, und die ersten beiden erscheinen als Doppel-CD zum Preis einer einzelnen.
Das erste Konzert stammt aus München im Frühjahr 2000 mit seiner Lebensgefährtin Deborah (Gesang) und seinem „stets getreuen“ Michael Cosgrave (Keyboards, Trompete). Wichtiger sei jedoch die Soloaufnahme aus dem Männergefängnis in Bergen vom Februar 2003, die der Rezensent auf eBay zum Drei- bis Vierfachen des normalen CD-Preises habe wandern sehen. Die Situation – einige der härtesten Kriminellen Norwegens, die Levens gefühlvolle schottische Soul- und Songwriterkunst nie gehört hätten – sei so besonders, dass sie „unseren lieben Norwegenfreund“ auf Zehenspitzen gebracht habe. Der Ton sei sehr gut, und Leven erzähle ziemlich offen über sein Verhältnis zu Heroin und über seine Jahre in schottischen und englischen Gefängnissen (ein Selbstzeugnis, das die Kritik nur weitergibt). Mit einigen seiner besten Songs, von „Extremely Violent Man“ über „Poortoun“ bis „Call Mother A Lonely Field“, sei das „vielleicht die beste Soloaufnahme, die ich von Jackie gehört habe“. Bergen sei eine von Levens Lieblingsstädten, und als er seine sieben Lieder beendet habe, hätten sich selbst die härtesten Gefangenen ergeben.
Das Münchner Konzert, drei Jahre zuvor, sei eher ein normales Konzert einer längeren Deutschlandtour, aber ebenfalls ein sehr scharfer Abend. Leven selbst sei „völlig außer sich“ gewesen, antisozial und ungewöhnlich wenig daran interessiert, sein Publikum zu treffen, doch fantastischer Klang und ein aufmerksames Publikum hätten ihn und seine Musiker zu einer „messerscharfen Show“ gebracht – mit ganz anderen Liedern als in Bergen, von „Looking For Love“ bis zum schönen „Stranger On The Square“ und zum magischen „Paris Blues“. Zum Schluss spiele er eine seiner seltenen Coverversionen, „You’ve Lost That Lovin’ Feelin’“, die er sich zu eigen mache. Kombiniert mit seiner Erzählbegabung und den humorvollen, ironischen Kommentaren seien dies zwei der besten Konzertmitschnitte, die Leven je herausgebracht habe; beide auf einer Doppel-CD zu bekommen sei „ein Kupp“.
Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.
Gjennom noen av hans absolutt beste sanger fra “Extremely violent man” til “Poortoun” og “Call mother a lonely field” er dette kanskje det beste soloopptaket jeg har hørt av Jackie.
når han avsluttet sine syv sanger hadde selv de mest hardbarka fangene overgitt seg!
Jackie selv var virkelig ute av lage denne kvelden, anti-sosial og uvanlig lite interessert i å møte sitt publikum, men fantastisk bra lyd og et lydhørt publikum fikk Jackie og hans musikere til å levere et knivskarpt show.
Quelle
unsicher: Johnny Andreassen oder Jan Rustad · Bluesnews (Norsk Bluesunion), Nr. 59 · April 2009 · Nasjonalbiblioteket · CC BY-NC-ND 4.0
In der Diskographie
- Munich Blues 2000 · Jackie Leven