Rezensionen
Jackie Leven – Oh What A Blow That Phantom Dealt Me (Cooking Vinyl/Bonnier A)
- Medium
- Bluesnews (Nr. 51)
- Autor
- anonym
- Datum
- September 2007
- Seite
- 1
- Sprache
- Norwegisch
- Zugang
- Frei lesbar
Die Kritik (Bluesnews Nr. 51, Herbst 2007, ohne ersichtlichen Verfassernamen) beginnt mit dem Befund, um den „alten Doll-by-Doll-Bandleader“ und „Meister der schottisch-keltischen Singer-Songwriter-Poesie und weißen keltischen Soul“ wehe ein Wind erneuerter Aufmerksamkeit. Die alten Doll-by-Doll-Alben, die „in einem Zusammenhang außerhalb von allem anderen“ stünden, würden gerade zum ersten Mal auf CD veröffentlicht. Viel Bluesgefühl habe es schon damals in seiner „rastlosen, zigeunergeborenen Seele“ gegeben, doch nie sei die Bluesader so offen zutage getreten wie auf einigen Stücken des neuen Soloalbums. Es sei nach einem „historischen Ausspruch“ des Don Quijote benannt, als dieser im Kampf gegen die Windmühlen aufgeben musste, pflege die dunkle Roots-Seele Amerikas, in Szene gesetzt durch mehrere Gastauftritte von Johnny Dowd, und enthalte viel von Levens klassischer keltischer Melancholie. In England seien die Kritiker „überraschend durchgedreht“; zusammen mit dem Interesse an den Doll-by-Doll-Platten gehe der „Norwegenfreund“ Leven, der fünf, sechs Lieder aus seinen Reisen in Norwegen geschrieben habe, guten Zeiten entgegen.
Eigens hervorgehoben wird „Another Man's Rain“, ausgehend von seinem Erlebnis der „schönsten Zugreise der Welt“ von Drammen nach Bergen, vielleicht das schönste und beste dieser Norwegen-Lieder, falls jemand sie einmal auf einem Album sammeln wolle. Sowohl dort als auch im bluesklassischen, schlendernden „Childish Blues“ höre man, warum so viele Levens Gitarrenspiel bewunderten: „Brillant!“ Er wünsche sich Mix und Produktion so, dass die Details und die Natürlichkeit des Spiels hervortreten; „Kelly Joe Phelps und Chris Smither sitzen am Spielfeldrand und applaudieren“. Der Rezensent sei „einmal mehr beeindruckt, weit über das meiste hinaus, was heute an Musik erscheint“: Leven schreibe aus Gefühlen und Gedanken, die zu vermitteln nur wenigen vergönnt sei, und nutze Bluegrass-Musiker, bluesbeeinflusste ältere britische Rockmusiker und Amerikas vielleicht speziellsten Roots-Künstler Johnny Dowd für die besondere Mischung, für die Norweger ihn lieben.
Mit Hommagen an die Singer-Songwriterin Judee Sill, „die prostituierte und heroinabhängige Bankräuberin, die nie strahlen durfte“, und den kürzlich verstorbenen britischen Blueskünstler Kevin Coyne zähle das Album zu Levens allerbesten, zusammen mit The Mystery of Love … und Shining Brother Shining Sister (im Blatt „Sister Shining Brother“). Hervorgehoben werden „Vox Humana“, „One Man One Guitar“, „Another Man's Rain“, das an Fünfziger-R&B und Swing erinnernde, sehr unterhaltsame „I've Been Everywhere“ und das Bluesgefühl in „Childish Blues“. Das Schlusswort: Leven höre nie auf zu beeindrucken „als die wichtigste Künstlerfigur der Britischen Inseln“, und das Album hätte „landesweit auf blauem Rezept“ verschrieben werden sollen.
Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.
Jackie Leven slutter aldri å imponere som det britiske øyrikets viktigste artist, og dette albumet burde vært skrevet ut på blå resept landet rundt!
Dette er en singer/songwriter som skriver ut av følelser og tanker det er svært få forunt å formidle
Det blåser en vind av fornyet oppmerksomhet rundt den gamle Doll By Doll bandlederen
Quelle
anonym · Bluesnews (Nr. 51) · September 2007 · Nasjonalbiblioteket · CC BY-NC-ND 4.0
In der Diskographie
- Oh What a Blow That Phantom Dealt Me! 2007 · Jackie Leven