Rezensionen
Jackie Leven – Oh What A Blow That Phantom Dealt Me!
- Medium
- Musikexpress
- Autor
- Peter Felkel
- Datum
- Februar 2007
- Sprache
- Deutsch
- Zugang
- Online
Peter Felkel bespricht das Album im Musikexpress (Februar 2007). Er beginnt mit einer Charakterisierung: Jackie Leven sei „Trinker und Barde, Sünder und Heiliger, Narr und Weiser, einer, der ausgetrampelte Pfade verabscheut und sich lieber querfeldein durch sein Leben und seine Kunst schlägt“. Dass er einem in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten (und einige Jahre zuvor mit seiner Band Doll by Doll) reihenweise zauberhafte Lieder geschenkt habe, die aus Folk, Soul, Gospel, Blues und Pop schöpften und „den Geist einer verräucherten Hafenkneipe ebenso wie die Weite des Himmels über den Highlands“ atmeten, sei noch einmal ausdrücklich festgestellt – und das gelte auch für dieses Album. Leven singe, „als ginge es mindestens ums Leben“, und erzähle Geschichten vom Regen, von Gitarren und Kneipen, von Freundschaft, Kindheit und vom Unterwegssein.
„I’ve Been Everywhere“ sei ein augenzwinkernder Rockabilly, in dem sich Jackie und sein Partner in Crime Johnny Dowd Städtenamen wie Bälle zuwerfen – Berlin, Dresden, Düsseldorf, Schweinfurt und noch zwei Dutzend andere. Das mache Spaß, aber die Highlights seien andere: „Kings of Infinite Space“, ein Lied, wie es Van Morrison seit einigen Jahren nicht mehr geschrieben habe; das „zum Heulen schöne“ „The Silver in Her Crucifix“, eine Hommage an die lange verstorbene Folksängerin Judee Sill; und „Here Come the Urban Ravens“, ein ergreifendes Requiem für den großen Kevin Coyne, in dem Dowd ein Poem von Kenneth Patchen („The Skaters“) rezitiert, ein Banjo plinkert und eine Bluesharp durch die vom Multiinstrumentalisten Michael Cosgrove (im Heft „Cosgrove“) sachte gewobenen Klanggespinste seufzt. Am Ende, in „Mellow My Madness“, scheine sich der Sänger in Luft aufzulösen, „gerade so wie jene Wesen, vor denen auf dem Cover gewarnt wird: ‚These songs may contain phantoms‘“. Schluss: „Rave on, Jackie, rave on, you holy fool.“
Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.
Jackie Leven: Trinker und Barde. Sünder und Heiliger, Narr und Weiser, einer, der ausgetrampelte Pfade verabscheut und sich lieber querfeldein durch sein Leben und seine Kunst schlägt.
„Kings Of Infinite Space“ etwa, ein Lied, wie es Van Morrison nun schon einige Jahre nicht mehr geschrieben hat.
Rave on, Jackie, rave on, you holy fool.
Quelle
In der Diskographie
- Oh What a Blow That Phantom Dealt Me! 2007 · Jackie Leven