Interviews
The Triste Interview – Jackie Leven
- Medium
- Triste (Musikmagazin/Webzine, UK), Nr. 4
- Autor
- anonym (Redaktion Triste)
- Datum
- Oktober 2001
- Sprache
- Englisch
- Zugang
- Webarchiv
Längstes Interview des Website-Archivs, geführt vor einem Konzert in Jim's Cafe in Colne (Lancashire) auf der Tour zu Creatures of Light and Darkness. Leven beschreibt das Studio Bryn Derwen bei Bethesda am Rand von Snowdonia (Toningenieur David Wrench), das sich für ihn wie die schottische Westküste anfühle, und seine Arbeitsweise: intensive Vorproduktion mit mehrfach an die Musiker verschickten Demos, sodass die Studiozeit „wie eine Militäroperation“ ablaufe; er gebe stets eine sichere Vorgabe, hoffe aber auf bessere Ideen der Musiker. Klangcollagen nennt er „landscaping“ und beruft sich auf den Produzenten John Sinclair (Doll-by-Doll-Zeit). Er erzählt die Entstehung der Werftarbeiter-Stimmen in „The Sexual Loneliness of Jesus Christ“ (Tipp von Michael Cosgrave beim Bier in Bethesda), von „Billy Ate My Pocket“ (ein Pferd frisst einen Zettel aus seiner Tasche) und dem Blackwood-Song nach einer Begegnung auf einer Brücke in Regensburg. Albumtitel seien „stalking horses“; Defending Ancient Springs sollte provozierend „The Total Poetry of Industrial Language“ heißen. Er unterscheidet männliches „Konzept“ von weiblicher „Imagination“, lästert über Kevin Rowland, spricht offen über den Tod seines Vaters (in „My Spanish Dad“ und „Rainy Day Bergen Women“), lobt Michael Weston King (dessen nächstes Album er im Januar 2002 in Bryn Derwen produzieren wolle), erklärt erfundene Bars in seinen Booklet-Danklisten (Royston Vasey) und gibt zu, den „Small Faeces“-Scherz absichtlich in den Cooking-Vinyl-Newsletter geschmuggelt zu haben. Zum Schluss: Merchandising sei in Deutschland existenziell (bis zu £1000 pro Abend), er habe dreimal in drei Jahren den Agenten gewechselt, um abseits der üblichen Clubrunde zu spielen.
Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.
I just think 'landscape'.