Jackie Leven

← Alle Stimmen

Interviews

Gespräch mit Jackie Leven auf dem Verftet, Bergen

Medium
Bergensavisen
Autor
anonym
Datum
4. Mai 1996
Seite
34
Sprache
Norwegisch
Zugang
Frei lesbar

Die Zeitung stellt Leven als Schotten vor, „vielleicht am bekanntesten“ als Songwriter, Sänger und Frontfigur der Kultband Doll by Doll, der nach 13 Jahren musikalischen Winterschlafs vor zwei Jahren ein Comeback gegeben habe. Das gefeierte The Mystery of Love Is Greater Than the Mystery of Death (im Blatt „Stranger than“) habe ihn zurückgebracht, der Nachfolger Forbidden Songs of the Dying West sei von Musikkundigen mindestens ebenso bejubelt worden.

Die Reporterin trifft Leven zu einem zwanglosen Gespräch im Kulturzentrum Verftet, einem Ort, den er sich vor 33 Jahren hoch und heilig geschworen habe, nie wieder zu betreten: Auf einer Schulreise per Schiff von Edinburgh sei das Schiff bei der Einfahrt nach Bergen von unerträglichem Gestank empfangen worden, der von der Fabrik am Verftet ausging. Inzwischen, so der Text, habe die Kultur die Sardinen verdrängt, und es rieche nach frischem Kaffee. Eine Bildunterschrift spricht von einem Hering-Gestank vor 30 Jahren; Zahl und Fisch schwanken im Blatt also.

Leven ist zum Ole-Blues-Festival gekommen, wo er außer einem Konzert ein Seminar leitet. Es heißt „Thought of the Heart: Concern of the Soul“ und soll zeigen, wie man Gefühle möglichst gut in Texten und Melodien ausdrückt, mit dem Herzen erzählt und die Bedeutung der Seele erkennt. Im Westen, sagt Leven nach dem Bericht, habe man die Fähigkeit verloren, das zu verstehen, was das Erleben des Lebens beschädigt habe. Auch die schottische Volksseele und das Selbstgefühl seien stark geschädigt, und zwar, so Leven, durch das Verhalten englischer Soldaten über die Jahrhunderte: Sie hätten den Männern den Stolz und den Frauen die Selbstachtung geraubt, und das sei über Generationen weitergegeben worden.

Mit „Leven’s Lament“, laut Artikel Levens eigenem Whisky, wolle er die Botschaft verbreiten, dass die Schotten zu dem großartigen Volk zurückfinden müssten, das sie einst waren – „und es schadet ja nicht, dass er außerdem ‚damn good‘ ist“. Leven wolle zeitlose Musik machen, die schlafenden Seelen wecken und Menschen vergessene Teile ihrer selbst entdecken lassen, besonders Männer, die er in manchen Situationen für ziemlich rückständig halte. „I’m gonna get those bastards!“, sagt er kampflustig, bedankt sich höflich und geht zu seinem Seminar.

Auf derselben Seite bespricht dieselbe Autorin das Konzert in der Garage, bei dem zuvor der Ire Andy White für Stimmung sorgte (mit einer Abba-Version und einer Eurovision-Satire). Leven habe mit seinem hervorragenden Gitarrenspiel und seiner warmen Stimme das Publikum „mitten in den Bauch“ getroffen; seine Lieder seien Poesie für Ohr und Seele, handelten von der respektlosen westlichen Kultur und der Angst der Männer vor ihrer weiblichen Seite, und witzige Geschichten hielten die Stimmung oben.

Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.

BA møtte Leven til en uformell prat på Verftet, et sted han for 33 år siden dyrt og hellig lovet seg selv at han aldri skulle komme i nærheten av igjen.

Bergensavisen über das Treffen

Men det skader jo absolutt ikke at den i tillegg er «damn good», sier Leven og flirer.

Leven über seinen Whisky „Leven’s Lament“

I'm gonna get those bastards!

Leven über seine Mission, Männer zu erreichen

Man kan ikke plassere Leven i bås som gitarist, vokalist, låtskriver eller poet. Han er alt, og mer til.

Aus der Konzertkritik derselben Autorin auf derselben Seite

Quelle

anonym · Bergensavisen · 4. Mai 1996 · Nasjonalbiblioteket · CC BY-NC-ND 4.0