Jackie Leven

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Konzertberichte

Der Kauz im Anekdotendickicht: Jackie Leven im Kieler KulturForum

Medium
Kieler Nachrichten
Autor
anonym
Datum
Ohne Datum
Sprache
Deutsch
Zugang
Webarchiv

Die Konzertkritik, überliefert in einer Wiedergabe in einem Weblog vom Mai 2010, beschreibt Leven mit einer Kette von Gegensätzen: bärbeißiger Troubadour, sanftes Raubein, hünenhafter Zärtling, trinkfester Philosoph, weltreisender Ur-Schotte. Das gut besuchte Publikum im Kieler KulturForum kenne ihn größtenteils bereits.

Der Text gibt eine seiner Geschichten wieder: Eine Deborah erwartet Geld aus Stuttgart und muss bei Western Union in Southampton die Sicherheitsfrage beantworten, die der Absender festgelegt hat. Der Schalterbeamte stellt die Frage „Wer bin ich?“, und Deborah antwortet: „Du bist ein Arschloch.“ Der Beamte sagt: „Das ist korrekt“ und zahlt aus. In den Songs selbst weiche der Humor dagegen oft einer zarten, bisweilen düsteren, hoffnungslosen und klarsichtigen Melancholie, die einen in den besten Momenten „mit unentrinnbarer Schwere ins Bodenlose“ ziehe – genannt werden „Elegy For Johnny Cash“ und „Kings Of The Infinite Space“.

Michael Cosgrave begleitet am Keyboard „unaufdringlich und elegant“, wodurch die im Folk verwurzelten, mit Soul, Pop und Country verfeinerten Lieder an Flächigkeit gewinnen. Gerade durch ihre Einbettung ins „Anekdotendickicht“ wirkten sie runder, intensiver und direkter als auf Platte. Im Zentrum des rund zweistündigen Konzerts stehen Stücke des aktuellen Albums Gothic Road, etwa „Last Of The Bad Men“, „John Paul Getty’s Silver Cadillac“ und „Song For Bass Guitar And Death“. Zugaben, wie bei Leven üblich, gab es keine: Sie seien „all wrong and plastic“, denn auch niemand reiße, nachdem die Gäste das Haus verlassen haben, die Tür auf und brülle ihnen „Zugabe“ hinterher. Fazit: ein „komischer kluger Typ“, dessen Publikum sich trotzdem über eine Zugabe gefreut hätte.

Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.

In den Songs allerdings weicht der Humor oft hinter eine zarte, bisweilen düstere, hoffnungslose und klarsichtige Melancholie zurück

Der Kritiker über das Verhältnis von Humor und Melancholie in Levens Liedern

Songs die, gerade durch die Einbettung ins Anekdotendickicht oft runder, intensiver und direkter wirken als auf Platte.

Der Kritiker über die Lieder im Zusammenspiel mit den Geschichten

Ein Konzert, das, wie bei Jackie üblich, ohne Zugaben auskommt. Zugaben seien „all wrong and plastic“.

Der Kritiker über Levens Verzicht auf Zugaben

Quelle