Rezensionen
Jackie Leven :: Elegy For Johnny Cash
- Medium
- Musikexpress
- Autor
- Peter Felkel
- Datum
- September 2005
- Sprache
- Deutsch
- Zugang
- Online
Peter Felkel eröffnet seine Besprechung im Musikexpress mit Van Morrisons Behauptung, der Blues komme eigentlich aus Schottland und Irland, dem einstigen Caledonia, und sei auf Umwegen zu den Baumwollfeldern des amerikanischen Südens gelangt. Dagegen sprächen unendlich viele Argumente, dafür aber drei: Van Morrison, Rory Gallagher und Jackie Leven. Letzterer, ein melancholischer, vom Leben gebeutelter, aber ungebeugter Poet aus Fife, habe formal mit dem Zwölftakter nichts am Hut, dürfe aber als „Soulbruder im Geiste“ gelten – einer, der sich nicht mit den Oberflächlichkeiten des Pop aufhält und sein erstes Solowerk 1994 The Mystery Of Love Is Greater Than The Mystery Of Death nannte.
Elegy for Johnny Cash sei wieder ein Mix aus Folk, Celtic Soul, mildem Rock, ethnischen Einsprengseln, die nie in „latzhosige Multikulti-Seligkeit“ abdrifteten, und Pop mit reichlich, manchmal entschieden zu viel Pathos, aber definitiv keine platte Hommage an den „Man in Black“. Es gebe keine Country-Titel; stattdessen feine Melodien, irritierende Rap-Einlagen und mit „Blue Soul Dark Road“ einen „kapitalen Killersong“, der auch Dire-Straits-Fans begeistern werde. Aufgenommen wurde die Platte ausgerechnet in Beirut. Fazit: Levens ungewöhnlichstes Album, aber nicht sein bestes. Erscheinungstermin: 12. September.
Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.
Letzterer, ein melancholischer, vom Leben gebeutelter, indes ungebeugter Poet aus dem schottischen Fife, hat zwar formal mit dem zwölftaktigen Blues-Schema gar nichts am Hut, doch darf er gewiß als Soulbruder im Geiste gelten.
Levens ungewöhnlichstes Album, indes nicht sein bestes.
Quelle
In der Diskographie
- Elegy for Johnny Cash 2005 · Jackie Leven