Jackie Leven

← Alle Stimmen

Interviews · Ausgewählt

Auf den Spuren von Iron John: die rituellen Exorzismen des Jackie Leven

Medium
Rolling Stone (deutsche Ausgabe), Online-Archiv rollingstone.de
Autor
Wolfgang Doebeling
Datum
3. November 1995
Sprache
Deutsch
Zugang
Online

Frühes deutschsprachiges Interview-Porträt zur Zeit von „Forbidden Songs of the Dying West“ (1995), das Doebeling, langjähriger Leven-Fürsprecher beim deutschen Rolling Stone, nach einem Besuch in Argyll am Loch Feochan schrieb. Der Text beginnt mit Kulturkritik am Musikbetrieb der Neunziger, die Leven „vielsagend“ teilt, und beschreibt ihn äußerlich (kurze Hosen, weiße Kniestrümpfe, derbes Schuhwerk; mit 45 „knorrig wie eine alte Eiche“). Leven erklärt, warum er an die Westküste gezogen sei: Die Menschen dort seien geradeheraus und hätten irisches Blut, während ihm die skandinavisch-protestantische Ostküste seiner Herkunft weniger liege (Selbstaussage). Er stellt sich und Keyboarder James Hallawell als Kelten vor (Fife bzw. „Kingdom of Cornwall“). Doebeling referiert die persönlichen Katastrophen bis zur Sucht, den eigenständigen Heroinentzug und die Gründung des CORE Trust sowie Levens Rolle in Robert Blys Männerbewegung; Leven erzählt von Wildnis-Wochenenden mit hundert Männern, Poesie, Trommeln und Geschichten. Doebeling lehnt eine Einladung dazu ironisch ab. Zum Schluss lobt er Doll by Doll als Band „zwischen allen Stühlen“ und das neue Doppelalbum als nahezu vollkommene Umsetzung von Levens Vision, deutlich ausgearbeiteter als der Vorgänger. Erwähnt wird auch der Whisky „Leven's Lament“. Tenor: ironisch-distanziert gegenüber der Männer-Esoterik, voll Bewunderung für die Musik.

Zusammenfassung in eigenen Worten; den Wortlaut enthält das Original.

and fuck them up with poetry, drumming and stories.

Leven über die Männer-Retreats.

Mit 45 schon knorrig wie eine alte Eiche.

Doebelings Beschreibung.

Quelle